OPEN TT§ 7.3 — Der Faktor Gewicht: was ein Belag hinzufügt
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§ 7.3

Der Faktor Gewicht: was ein Belag hinzufügt

Teil II · Die BelägeKapitel 72 min Min. Lesezeit

Kaum ein Spieler wiegt seine Beläge, bevor er sie aufklebt. Dabei kann der Gewichtsunterschied zwischen zwei Modellen pro Seite über fünfzehn Gramm betragen, und bei einem fertigen Schläger mit zwei Belägen ergibt das dreißig Gramm Spannweite – ein Sprung, den der Arm bemerkt, bevor der Kopf ihn einordnet.

Ein Noppen-innen-Belag in maximaler Stärke wiegt, als Anhaltspunkt, zwischen 45 und 55 Gramm, zugeschnitten auf ein Standard-Shakehand-Blatt. Innerhalb dieser Spanne wirken vor allem zwei Größen: die Dichte des Schwamms – beschrieben in 4.2 – und die Stärke. Jeder weitere Zehntelmillimeter Schwamm bringt Masse mit, wie 5.7 angemerkt hat: Derselbe Belag in 1,8 mm kann fünf oder sechs Gramm weniger wiegen als in MAX. Chinesische Beläge mit dichtem Schwamm und dickem Obergummi liegen eher am oberen Ende der Spanne, Tensorbeläge mit mittlerem Schwamm in der Mitte, weiche und leichte Tensorbeläge am unteren Ende.

Die Spezialbeläge zeigen ein anderes Profil. Eine lange Noppe ohne Schwamm kann unter 25 Gramm bleiben, mit dünnem Schwamm liegt sie um die 30. Ein leichter Antitopspin bewegt sich in ähnlichen Größenordnungen. Dieser Unterschied ist keine Nebensache: Lange Noppen in OX auf der Rückhand und ein dichter Tensorbelag auf der Vorhand erzeugen eine Gewichtsasymmetrie zwischen den Seiten, die die Balance des Schlägers zur schweren Seite verschiebt – mit den Folgen fürs Swingweight, die Abschnitt 2.7 beschrieben hat.

Wie viel wiegt ein vollständiger Schläger, und welcher Anteil entfällt auf die Beläge? Ein übliches Holz für Erwachsene wiegt zwischen 80 und 95 Gramm. Mit zwei Belägen in maximaler Stärke steigt das Ganze auf 170 bis 200 Gramm. Die Beläge machen in den meisten Konfigurationen mehr als die Hälfte des Gesamtgewichts aus. Das macht sie zum zugänglichsten Stellhebel: Ein Belagwechsel verändert das Gewicht des Schlägers stärker als jeder andere Eingriff. Wie Holz, Beläge und Kleber im fertigen Gewicht zusammenwirken, entfaltet 11.5.

Die praktische Folge liegt auf der Hand. Ein schwerer Schläger verlangt mehr Aufwand beim Beschleunigen, ermüdet den Arm früher und bestraft die schnellen Wechsel von der Vorhand zur Rückhand. Ein leichter Schläger bewegt sich flink, verliert aber an Durchschlagskraft bei den Kraftschlägen. Wo der beste Punkt liegt, hängt vom Spieler ab – von seiner Physis, seiner Spieldistanz, seiner Ermüdungstoleranz –, und wie sich Alter und körperliche Verfassung darauf auswirken, behandeln Abschnitt 15.1 und Kapitel 17. Hier zählt, dass sich dieser Punkt über die Beläge einstellen lässt, ohne das Holz anzutasten.

Ein brauchbares Vorgehen: Beim Vergleich zweier Kandidaten für eine Schlägerseite das vom Hersteller angegebene Gewicht heranziehen – sofern er es veröffentlicht – oder, besser noch, den Belag vor dem Aufkleben wiegen. Der Unterschied zwischen Modellen, die bei Tempo und Rotation austauschbar wirken, kann zehn Gramm betragen, und zehn Gramm auf einer Seite sind zehn Gramm, die der Arm bei jedem Schlag bewegt, tausendfach pro Einheit. Es ist nicht die Größe, auf die am meisten geschaut wird, aber eine derer, die man am deutlichsten spürt.