Häufige Fehler beim ersten Kleben
Abschnitt 13.1 hat den sauberen Ablauf beschrieben. Dieser beschreibt, was ohne Erfahrung schiefgeht, denn jeder Fehler hat eine bestimmte mechanische Ursache und fast immer eine Lösung, die nicht bei null anfangen muss.
Eingeschlossene Luftblasen. Das ist das häufigste und sichtbarste Problem. Sie zeigen sich als Wölbungen unter dem Belag, die man beim Darüberstreichen spürt. Die Ursache ist fast immer dieselbe: Der Belag wurde auf einen Schlag aufgelegt, mit der ganzen Fläche zugleich, statt ihn vom Griff zum Blatt hin fortschreitend anzudrücken. Die Luft zwischen Schwamm und Holz findet keinen Ausweg und sammelt sich in Nestern. Wird die Blase rechtzeitig bemerkt – bevor der Kleber ganz ausgehärtet ist –, hilft es, den Belag vorsichtig von der nächstgelegenen Kante her anzuheben, die Luft entweichen zu lassen und mit einer Rolle erneut anzudrücken. Ist der Kleber bereits ausgehärtet, bleibt die Blase gefangen, und die einzig saubere Möglichkeit besteht darin, den Belag vollständig abzulösen, beide Flächen zu säubern und den Vorgang zu wiederholen. Das ist nicht verheerend, aber vermeidbar.
Zu viel Kleber. Wer zum ersten Mal klebt, trägt meist mehr auf als nötig, in der irrigen Annahme, mehr Kleber bedeute bessere Haftung. Das Ergebnis ist ein dicker Film, der länger zum Trocknen braucht, die Übertragung zwischen Schwamm und Holz dämpft – die in 11.6 beschriebene Wirkung – und beim Andrücken an den Rändern austreten kann. Bei mäßigem Überschuss fällt die Wirkung aufs Spiel gering, aber spürbar aus: Der Schläger wirkt dumpfer, der Kontakt weniger klar. Bei starkem Überschuss hinterlässt der an den Kanten austretende Kleber einen sichtbaren Rückstand, der sich schwer entfernen lässt. Der Maßstab ist eine dünne, gleichmäßige Schicht, gerade so viel, dass sie beim Trocknen durchsichtig wird, ohne Stellen, an denen sich Material sammelt.
Zu wenig oder ungleichmäßiger Kleber. Der umgekehrte Fehler: so wenig aufzutragen, dass Stellen ohne Deckung bleiben. Der Belag haftet nur teilweise und beginnt nach Tagen oder Wochen, sich an den Rändern anzuheben. Manchmal liegt das Problem nicht an der Menge, sondern an der Verteilung: Die Mitte ist gut bedeckt, die Ränder sind vernachlässigt – gerade dort aber trägt der Belag im Gebrauch die größte mechanische Last. Abhilfe schafft, den Kleber bewusst bis zum vollständigen Umfang auszustreichen, einschließlich des Halsbereichs, wo sich der Belag zum Griff hin krümmt.
Kleben, bevor der Kleber trocken ist. Das Trocknen des wasserbasierten Klebers – von milchig weiß zu durchsichtig – ist keine Äußerlichkeit; es zeigt an, dass das Wasser verdunstet und der Klebefilm einsatzbereit ist. Werden die Flächen zusammengefügt, solange der Kleber noch feucht ist, haftet er ungleichmäßig, Feuchtigkeit bleibt zwischen den Schichten eingeschlossen, und das spätere Trocknen erzeugt Spannungen, die stellenweise zum Ablösen führen können. Ungeduld ist die übliche Ursache: Zehn oder fünfzehn Minuten Warten wirken lang, wenn der neue Belag vor einem liegt.
Schlechte Ausrichtung. Der Belag sitzt schief zur Achse des Holzes, sodass er auf einer Seite übersteht und auf der anderen fehlt. Sind die beiden mit Kleber versehenen Flächen erst einmal in Kontakt, ist die Lage ohne Ablösen kaum zu berichtigen, und eine frische Verbindung zu lösen birgt das Risiko ungleicher Rückstände. Vorbeugen ist einfach: den Belag vor dem Verbinden trocken auf dem Holz ausrichten, sich die richtige Lage einprägen und beim Kleben am Griffbereich beginnen – wo sich die Ausrichtung am leichtesten überwachen lässt – und von dort zum Blatt hin fortschreiten.
Den Schläger vor der Aushärtung bewegen. Wie 13.1 angemerkt hat, braucht der Kleber Stunden, um sich zu festigen. Den Belag zuzuschneiden, das Kantenband aufzubringen oder unmittelbar nach dem Kleben spielen zu gehen, gefährdet die Verbindung. Die Kanten geben zuerst nach, denn dort trägt der Belag beim Zuschneiden wie beim Spielen die größte Spannung. Den Schläger mindestens zwölf Stunden mit einem leichten Gewicht obenauf ruhen zu lassen, verhindert die meisten vorzeitigen Ablösungen.
Keiner dieser Fehler ist unumkehrbar. Wasserbasierter Kleber erlaubt es, einen Belag abzulösen und erneut aufzukleben, ohne Schwamm oder Holz nennenswert zu schädigen, sofern die Rückstände vor dem erneuten Auftrag entfernt werden. Nicht zurückzuholen ist die Zeit, und deshalb lohnt es sich, es gleich beim ersten Mal richtig zu machen: sauberer Ablauf, richtige Menge, vollständiges Trocknen, sorgfältige Ausrichtung und Geduld für die Aushärtung.